Es regnet Bindfäden in Hamburg

Als Hochzeitsfotograf in Hamburg muss man manchmal schon ziemlich flexibel sein. Und Wasserdicht. Flexibel, wenn man eine Trauung in einem Raum für etwa 30 Personen fotografieren soll, in dem sich aber etwa 60 befinden und es einfach keinen Platz für den Fotografen gibt. Oft hat man ja noch die Möglichkeit sich so halb hinter den Standesbeamten zu klemmen, aber auch der saß bereits mit dem Rücken zur Wand. Wasserdicht, wenn es Bindfäden regnet. Pünktlich zum Start des Paarshootings welches natürlich in Hamburg mit seinem Hafen und der Alster stattfinden sollte. Und mal ganz ehrlich, die Aufzugswärter im alten Elbtunnel können bald auch keine Hochzeiten mehr sehen. Bei dem Regen immer. Ich warte beim Betreten irgendwie schon immer auf so ein kleines Schild unten an der Aufzugstür. So ein Schild mit einem Brautpaar mit Fotograf im Schlepptau als Icon mit einem dicken roten X darüber. Andererseits hatte ich nun schon zwei Bräutigame, die niemals zuvor im alten Elbtunnel waren. Und schön ist er ja auch… Mein Vorteil an dieser Stelle: Ich fotografiere gar nicht so viel in Hamburg und meistens habe ich sehr recht gutes Wetter. Und den Hafen interpretiere ich auch gerne mal ohne Landungsbrücken und altem Elbtunnel. Geht aber eben nicht immer, weil ich mich ja auch nach den Wünschen des Brautpaares richte. Aber auch dann sollte man flexibel sein und vielleicht nicht die immer gleiche Position in der immer gleichen Perspektive nehmen. Es gibt im Bereich Landungsbrücken (oder jedem anderne Ort in der Stadt) jede Woche irgendwelche Veränderungen. Eine neue Baustelle, eine neue Bretterwand, keine Baustelle, etc. Da sollte es eigentlich relativ einfach sein, die Motive zu variieren. Geht natürlich nicht immer. Aber wir schweifen ab…

Ich war also nun mal wieder in Hamburg um eine Trauung im Literaturhaus zu fotografieren. Sehr schöne Location direkt an der Alster mit zweifelhaften Parkmöglichkeiten. Aber wo kann man in Hamburg schon parken?! Wenn Ihr mehr als, sagen wir, 30 Leute seid, dann wirds muckelig. Irgendwie aber auch ganz cool mit sovielen Leuten auf dem Balkon. Man hätte meinen können, der Papst kommt gleich mal raus. Glücklicherweise war ich während meines Studiums u.a. als Gläsersammler in der Halle Tor 2 unterwegs und kann mich dadurch noch immer flink wie ein Wiesel durch Menschenmassen bewegen. OK, ein dickes Wiesel, aber flink.

Nach der Trauung ging es dann einmal schräg gegenüber an die Alster und dann fix über den Kiez (ich war noch nie so nass, DIESE Hochzeit kam erst später) um eine kleine Tanzeinlage auf der Bühne einzulegen. Dann noch schnell durch den Hafen um dann eine Pause im HENRI, wie sie es sagen, in Hamburg Downtown, einzulegen – sehr hübsches Hotel im Stile der Fünfziger. So eine Pause zwischen Paarshooting und Abendtermin find ich persönlich ja ziemlich cool. Nicht, weil ich dann auch Pause mache, nein, ich fotografiere dann, freue mich aber auch über eine Cola, nein, mehr weil das Brautpaar dann i.d.R. auch mal Zeit zum Innehalten hat. Bis hierher gab es kaum eine Pause in der sie mal für sich waren. Ich gehe dann höflich in die Lobby und bestelle die Getränke (im Fall Henri holt man sie sich auch gleich selber) und nehme die Treppe..

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Gefeiert wurde im alten Hauptzollamt in der Speicherstadt mit kleiner Band, Photo Booth, langen Tafeln und eigenem Champagner. Von letzterem gabs dann bei der Bilderübergabe eine Flasche für mich die ich zum Umzugdann im neuen Haus geöffnet habe. Sehr lecker und eine tolle Geste eine großartigen Paares. Danke!

Und hier noch die Fragen (die ich bei 1001 Hochzeiten geklaut habe):

Hochzeitsstil: Klassisch
Hochzeitsmonat: September
Standesamt: Trauung im Literaturhaus Café
Hochzeitslocation: Altes Hauptzollamt, Hamburg
Catering: Nord Event
Hochzeitsfotograf: na du 🙂
Brautmodengeschäft: Brautmode Laue in Tellingstedt
Hochzeitsstyling: DIY Freundin
Blumen & Deko: Nord Event
Hochzeitstorte: eine ganz tolle Freundin (Anm. vom Fotografen: Tolle Torte!!!)
Karten & Papeterie: DIY

6 Fragen zur Hochzeit

1. Was war Euch wichtig bei der Gestaltung der Hochzeit?
Eine schöne Deko in einer warmen Atmosphäre und die Musik (deshalb haben wir auch eine Band gebucht). Dank der Band saß kein Gast auf seinem Stuhl.

2. Was war Eure größte Herausforderung bei der Hochzeitsplanung?
Allgemein Entscheidungen zu treffen!

3. Erzählt uns vom Ablauf der Hochzeit:
Wir haben um 14 Uhr mit der Trauung im Literaturhaus gestartet, nach der Trauung gab es bereits die Hochzeitstorte mit Cafè und Kuchen. Die Gäste konnten bis 17 Uhr im Cafe mit Bewirtung bleiben. In dieser Zeit sind wir durch Hamburg gefahren und haben Bilder gemacht, kurzer Abstecher im Hotel (Luft holen) um dann um 18 Uhr im Alten Hauptzollamt zu sein. Ca. 18:45 Uhr gab es bereits das Essen (Suppe serviert und dann Buffet). Zwischen den Gängen wurden Reden gehalten, ein kleines Spiel und dann nur noch durchgetanzt.

4. Was waren die Glanzmomente der Hochzeit, was ging schief?
Die schöne Location und alle deine Lieben sitzen zusammen an einem Ort, die tollen Reden und dann alle am Tanzen.
Schief ging: Eine kranke Braut, Regen während wir Fotos machen, grauenvoller Standesbeamter!

5. Eure Tipps an zukünftige Brautpaare?
Ruhe Bewahren und nicht davon ausgehen, dass dieser Tag perfekt wird! Nichts läuft perfekt und wie geplant, alles kann sein….aber alles wird gut, nichts ist langweiliger als perfekt, sonst hat man ja gar nichts zu erzählen 🙂

6. Euer Dankeschön geht an: Zu aller erst natürlich an „MY FUNKY WEDDING!!! Ohne das Lob von Nora + Florian auf deiner Seite vorher gelesen zu haben, haben wir genau das auch unseren Freunden erzählt. Mega cooler Typ der einfach mit einem ein wenig abhängt und dann so nebenbei mega geile Bilder macht.
Und dann natürlich an unsere Freunde und Familie 🙂

„Mega cooler Typ…“ das geb ich mal zurück und hoffe, wir sehen uns bald mal wieder 🙂

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